Magazin 1 – Speicherstadt Potsdam

Speicherstadt Potsdam
Bei dem Ensemble in der südlichen Speicherstadt Potsdam handelt es sich um sich um historisch wertvolle, denkmalgeschützte Getreidespeicher, die Mitte des 19. Jahrhunderts von den Architekten Schinkel, Persius, Boelcke und Hampel zu einem Komplex der Potsdamer Korn- und Speicherbauten errichtet wurden. Neben der behutsamen denkmalrechtlichen Sanierung und der Umnutzung zu hochwertigem Wohnraum galt die Prämisse der energetischen Gebäudeoptimierung nach der gültigen EnEV – 30%. Die gesamte energetische Planung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Bauklimatik, Lehrstuhl Bauphysik der Technischen Universität Dresden. Die Gebäude der südlichen Speicherstadt Potsdam sind gänzlich in unterschiedlicher Bauweise (Holzfachwerk, monolithischer Mauerwerksbau, Mischbauweise) erbaut und erforderten ein „maßgeschneidertes“ Sanierungskonzept. Die Notwendigkeit zum Einbau von Innenwanddämmungen stellte bei den historischen Gebäuden mit denkmalgeschützter Fassade einen sehr hohen planerischen Anspruch dar. Die jeweiligen bauphysikalischen Eigenschaften der Gebäude und deren Nutzungen sind maßgeblich für die Wahl der Maßnahmen und der Einsatz zusätzlicher hochtechnischer Einrichtungen, z.B. zum vorbeugenden Brandschutz mit verantwortlich. Auf Basis eines städtebaulichen Masterplans wird die historische südliche Speicherstadt an die nördliche Speicherstadt als „urbanes Quartier“ anknüpfen und ein neues attraktives Wohn- und Kulturareal bilden. Das Areal wird nach Fertigstellung autark mit dem Herzstück einer eigenen Energiezentrale unter Verwendung einer Brennwertzelle versorgt werden.

Magazin 1
Der ehemalige Getreidespeicher ist das älteste Gebäude des Ensembles. In seinem Ursprung wurde er als Kornmagazin 1688 in Fachwerkbauweise mit einem hohen Walmdach errichtet. Der mächtige, rechteckige Baukörper erstreckt sich in Nord – Südrichtung, wobei die Ostfassader den Stadtraum an der Leipzigerstrasse besäumt. Das äußere Erscheinungsbild des Speichers ist nach der Sanierung unverkennbar erhalten geblieben. Das Gebäude wurde additiv durch den Wintergartenanbau sowie einer Balkonanlage am südlichen Giebel erweitert wird. Aufgrund des hohen Kontaminierungsgrades des Holztragwerkes wurde das Gebäudeinnere komplett entkernt und durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt. An die drei neuen Treppenhäuser wurden pro Etage 2 Wohnungen in unterschiedlichen Größen angebunden, insgesamt entstanden 31 Wohneinheiten, immer mit Balkon oder Terrasse ausgestattet.

Sanierung und Umnutzung denkmalgeschützter Speicherbauten in Potsdam

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  • Standort

    Postdam Südliche Innenstadt
  • Leistungsphasen nach HOAI

    1-6
  • Fertigstellung

    2012